NEIL PATRICK HARRIS: „DIE MAGISCHEN 6“


Es beginnt mit einer Flucht: Carter flüchtet durch den Nebel zum Güterbahnhof, verfolgt von seinem Onkel Sly. Es gelingt ihm, auf einen Zug zu springen und zu entkommen. Damit endet dieses elendige Leben bei dem üblen Dieb und Trickbetrüger, der auch seine außergewöhnlichen Talente als Straßenmagier mit ungeheuer flinken Händen ausnutzen wollte, um damit auf kriminelle Weise seinen Lebensunterhalt zu verdienen.
Damit beginnt der Debütroman „Die Magischen 6 – Mr Vernons Zauberladen“ von Neil Patrick Harris. Der aber ist zwar im Hauptberuf ein erfolgreicher Schauspieler, aber außerdem auch ein versierter Magier und zweitweise war er in Amerika sogar Präsident der Academy of Magical Arts. Was in diesem spannenden Buch das alles beherrschende Thema ist.
Die Flucht verschlägt Carter in das städtchen Mineral Wells und dort trifft er auf dm Jahrmarkt einen sehr freundlichen und hilfsbereiten Mann, Inhaber eines Zauberladens. Und durch diesen Mister Vernon lernt Carter andere Kinder kennen, wie er um die zwölf, die seine Leidenschaft für Zaubertricks teilen.
Da ist Leila, die gleich zwei Väter hat, nämlich Dante Vernon, den Zauberladen-Chef, und den „anderen Mister Vernon“, von Beruf Chefkoch. Leila lernt die Kunst des Entfesselns, während Theo, ein dunkelhäutiger Junge aus besseren Kreisen, der stets einen Frack trägt, die sogenannte Levitation beherrscht. Außerdem ist da noch Ridley, die im Rollstuhl sitzt, aber dennoch auch ihre speziellen Fähigkeiten hat.
Noch sind sie keine richtigen Freunde und die anderen drei wissen nicht, dass Carter obdachlos ist und auf der Parkplatz schläft. Als sie jedoch gemeinsam auf den Jahrmarkt gehen und nicht nur die üblen Tricksereien des Rummelbetreibers B.B. Bosso miterleben, sondern auch noch von dessen Handlangern, den Riffraffern, selbst bestohlen werden, sinnen sie darauf, der Gaunertruppe das Handwerk zu legen.
Nun kommt es erst zu heiklen Begegnungen mit Bossos Leuten, vor allem sie heraus, dass der ebenso mächtige wie skrupellose Schurke ein ganz großes Ding vorhat: er will den „Stern von Afrika“, den wertvollsten Diamanten der Welt, stehlen, indem er ihn in einer Varieté-Vorführung vor den Augen des Publikums gegen eine Fälschung austauscht. Das wird zu einer hinreißenden Show.
Aber irgendwie ganz anders, als sich Bosso das gedacht hat. Die vier Freunde mischen mit ihren Magier-Talenten alles auf und die flippigen Zwillinge Olly und Izzy stoßen mit ihrem Gespür für magische Momente dazu und sorgen für sehr hilfreiche Ablenkung. Ob und wie das alles funktioniert, soll hier nicht verraten werden, spannend und absolut filmreif ist es auf jeden Fall.
Doch der Autor erzählt ja nicht einfach nur eine tolle Geschichte, in der er die jungen Leser ab etwa 10 Jahre immer wieder auf witzige Weise auch direkt anspricht. Der gewiefte Magier schildert auch etliche Zaubertricks und die sind samt den erläuternden Zeichnungen von Kyle Hilton gut nachzumachen. Aber auch die Illustrationen von Lissy Marlin sind echte Hingucker und das Beste an all dem: die vier jungen Magier und die Zwillinge kommen wieder, denn dies ist der Auftakt zu einer ganzen Serie um die Magischen 6.

# Neil Patrick Harris: Die Magischen 6 – Mr Vernoins Zauberladen (aus dem Amerikanischen von Katrin Segerer); 304 Seiten, ill.; Egmont Schneiderbuch, Berlin; € 14

WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)

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