BRUNO JONAS: "KAUM ZU GLAUBEN – UND DOCH NICHT WAHR"

Bruno Jonas zählt seit langem zu den größten Wortedrechslern unter Deutschlands Kabarettisten. Doch auch mit der Feder kann er vortrefflich umgehen, wie auch sein neuestes Buch beweist. "Kaum zu glauben – und doch nicht wahr" heißt der spitzfindige Titel und tatsächlich widmet sich der gelernte Philosoph dem Glauben und das sogar als Ich-Erzähler in autobiografischer Manier.

Wie man mit dem Glauben umgeht, zuweilen fast im Zustand der Unschuld, ob genug aber schlicht leichtfertig, das zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Natürlich rät der gebürtige Passauer – was ja ohnehin schon eine ungesunde Affinität zum Glauben zu implizieren vermag – in religiöser Hinsicht am besten einfach alles zu glauben. Zweifel können einen schnell in Teufels Küche bringen und bedingungslos glauben macht auch sonst vieles leichter.

Jonas aber kommt in seinen typischen Endlosverstrickungen immer neuer Gedankenwindungen im Nu an neue Objekte des Glaubens von der Wissenschaft über die Parteien bis hin zur Steuerreform. Er preist den segensreichen Glauben auch in solch ungeahnte Neulandgebiete wie zum Beispiel die Jugend, die Intoleranz oder das Selbstgespräch. Das hat zuweilen raffinierte Widerhaken und um die Ecke denken ist bei Jonas ja eher das Normale: "Was diese paar Semester Philosophie doch alles angerichtet haben in meinem Kopf."

Zur kabarettistischen Sprachjonglage gesellt sich dann noch das Dauerproblem mit dem musikalischen Nachbarn Andreas Reber und wie von selbst gibt es ironische Seitenhiebe auf die Geburtsstadt, die man bis zur akuten Entscheidungsschwäche nicht aus dem Schädel eliminieren kann. Und hier stößt man in diesem köstlich frechen, immer aber auch geistreich charmanten Buch unweigerlich auf allerlei Autobiografisches. Aber aufgepasst: siehe Buchtitel. Oder?!

 

# Bruno Jonas: Kaum zu glauben – und doch nicht wahr; 285 Seiten; Karl Blessing Verlag, München;

€ 18

WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)

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