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AMANDINE BERNARDI: „COCOTTE“
So manch Einer liebt ihn heiß und innig, den Schmortopf oder Bräter, international meist Cocotte genannt. Die renommierte französische Food-Bloggerin Amandine Bernadi hat zu dem Thema nun ein opulentes Kochbuch vorgelegt, das nicht nur versierte Hobbyköche begeistern dürfte.
„Cocotte“ lautet der Titel dieses Führers durch die köstliche Welt des langsamen Schmorens und der Untertitel verrät, was dieses auch in der äußeren Gestaltung wunderschöne Kompendium bietet: „100 aromatische Rezepte für Genießer aus dem Schmortopf, Bräter & Co“.
Insbesondere für Einsteiger erhält man zunächst eingehende sinnvolle Tipps unter anderem zum Einsatz eines solchen meist gusseisernen Kochgeräts und welche Fleischstücke sich besonders für die Zubereitung eignen. Die Vielseitigkeit ist groß und reicht von Rind, Kalb, Lamm, Schwein, Geflügel, Kaninchen, Fisch und Meeresfrüchten bis hin zu den vegetarischen Gerichten und einigen Besonderheiten.
Und dann kommen all die leckeren Gerichte per Rezept, viele sind echte Klassiker wie Pot-au-Feu, Ossobuco, das indische Lamm Tikka Masala, das Ungarische Gulasch und aus dem Maghreb die Tajine mit Huhn. Bei den vegetarischen Genüssen verlocken sofort namhafte Gerichte wie das französische Ratatouille oder die griechische Fasolada.
Bei allen Rezepten sind die Zeiten für Zubereitung und Garzeit angegeben, sowie die Zahl der Personen, für die Angaben der Zutaten gedacht sind. Leicht verständlich wird die Zubereitung erläutert und natürlich weiß man bei Schmorgerichten, dass sie zum Teil zwar schnell zuzubereiten sind, dann aber ihre Garzeit benötigen.
Die dann meist ein bis zwei Stunden beträgt, doch es gibt auch die „7-Stunden-Lammkeule“. Und wer es dann mit großem Hunger mal ganz deftig haben möchte, der versuche sich am „Pökelfleisch mit Linsen“. Doch der Abwechslungsreichtum geht so weit, dass sogar Besonderheiten wie das Backen von Brot, Kuchen oder Milchreis nicht fehlen.
Das alles hört sich nicht nur gut an, für jedes Rezept sind auch höchst appetitanregende Speisenfotos angefügt. Mögen die Inspirationen auch aus aller Welt stammen, sind die Zutaten gleichwohl in jedem gut sortierten Supermarkt erhältlich. Beim Fisch allerdings empfiehlt sich eher der Gang zum vertrauenswürdigen Händler auf dem Markt.
Abschließend enthält dieser hervorragend aufgemachte Wegweiser durch den neudeutsch auch „Slow Cooking“ genannten Schmortopf-Gebrauch ein Register nach Einteilung in die Klassiker der französischen Küche sowie eines nach den Zutaten. Fazit: ein wahres Kochbuch-Geschenk für Genießer und Hobbyköche.


# Amandine Bernardi: Cocottte (aus dem Französischen von Ursula Fethke); 240 Seiten, div. Abb., Großformat; Knesebeck Verlag, München; € 45
WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)