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ANNE SEFRIOUI: „MONET“
„Den Augenblick, die Natur in all ihren Formen und vor allem das Licht zu malen, dies war das Ziel, das Claude Monet unermüdlich verfolgte“, stellt die französische Kunstexpertin Anne Sefrioui in ihrem opulenten Textbildband mit dem schlichten Titel „Monet“ fest“.
Unermüdlich war Claude Monet (1840-1926) in der Tat mit rund 2.000 Gemälden. Rund 60 berühmte Werke sind in diesem auch visuell und haptisch höchst ästhetisch aufgemachten Kunstband aufgeführt.
Als besonders faszinierend kommen sechs seiner herausragendsten Gemälde als großformatige ausklappbare Abbildungen hinzu. Durch diese kann man sie anders in jedem Museum bis ins kleinste Detail studieren, um all die malerischen Feinheiten zu erfassen.
Anne Sefrioui beginnt mit einer kompakten Lebenschronik des Künstlers, der 1874 quasi zum Erfinder der neuen Malkunstrichtung Impressionismus wurde. Es ist die legendäre Geschichte der Gruppe moderner Maler, die von der Jury des noblen „Pariser Salons“ von der alljährlichen großen Ausstellung ausgeschlossen wurden.
Als sich die Ausgeschlossenen dann zur Aktiengesellschaft der Kunstmaler, Bildhauer und Grafiker zusammentaten und selbst ein vielbeachtete Präsentation durchführten, war es Monets „Impression. Sonnenaufgang“, das von den konservativen Kritikern des Salon herausgepickt und den Rebellen den Spottnamen „Impressionisten“ einbrachte – ein Markenname, der als Synonym der bald weltberühmten modernen Kunst werden sollte.
Die ganz persönliche künstlerische Entwicklung des wohl größten Meisters des Impressionismus entfaltet die Kunstexpertin mit kundigen Texten in den Kapiteln „Die Schule der Natur“, „Entlang der Seine“, „Die Küste“, „Ferne Motive“, „Die moderne Welt“, „Die Serien“ und abschließend „Die Seerosen“ - sein Lieblingsmotiv der späten Jahre im eigens angelegten Teich.
Doch neben den reinen Naturbildern schuf Monet unter seinen 2.000 Werken bis etwa 1880 auch rund 600 mit Personen drauf. Auch hier sind es ikonische Gemälde wie „Frühstück im Grünen“ und „Die Terrasse von Sainte- Adresse“. Und eines der berühmtesten und zugleich persönlichsten zählt zu den Ausklapptafeln: „Frau mit Sonnenschirm. Madame Monet und ihr Sohn“ von 1975.
Eine besondere Qualität dieses prachtvollen Kunstbandes sind im Übrigen die zahlreichen Detailaufnahmen, die Monets ganze Meisterschaft in Licht, Farbe und Bewegung besonders zugänglich machen. Fazit: ein Bücherschatz für jeden Kunstfreund.


# Anne Sefrioui: Monet (aus dem französischen von Barbara Holle); 172 Seiten, div. Abb., Mittelformat; Prestel Verlag, München; € 39
WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)