- Geschrieben von: Wolfgang A. Niemann
- Kategorie: Sonstiges
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PAUL LANG: „EUROVISION SONG CONTEST“
Am 16. Mai ist es so weit: der ESC findet zum 70. Mal statt, ein wahrhaft langlebiges Musikereignis. Pünktlich dazu liegt nun ein Kompendium vor, das die gesamte Geschichte in Chroniken und vielen Bildern umfasst.
„Eurovision Song Contest – 70 Jahre Glitzer, Spaß und magische Momente“ ist der Textbildband überschrieben und verfasst dieses offizielle Jubiläumsbuch der britische Musikjournalist Paul Lang. Chronologisch beginnt er mit dem Start am 24. Mai 1956 in Lugano.
Die Idee wurde bereits 1950 im englischen Seebad Torquay durch die European Broadcasting Union (EBU) entwickelt, und dann hieß der Auftakt – dem Aufführungsort angemessen - „Gran Premio Eurovisione 1956 della Canzone Europea“. Ganze sieben Länder nahmen teil und die einheimische Schweizer Sängerin Lys Assia gewann mit dem Chanson „Refrain“.
In den ersten Jahren saß das Publikum noch überwiegend an den Radios, denn Fernseher kamen erst allmählich in die Wohnzimmer. Ab den 60er Jahren aber blühte der heute ESC genannte Wettbewerb zu einem alljährlichen Fernsehereignis auf, das bald hunderte von Millionen Zuschauer in aller Welt begeisterte. Obwohl: Tatsache ist, dass ihn die Einen lieben und die Anderen geradezu hassen.
Die Geschichte der einzelnen Wettbewerbe aber liest sich einfach hinreißend und weckt spannende Erinnerungen, einschließlich so mancher Anekdoten und Skandälchen. Und es gab die ganz großen Karrieren, die die Sieger in den Olymp katapultierten, allen voran ABBA, die 1974 von Brighton aus mit „Waterloo“ ihre Weltkarriere starteten.
Auch andere Größen stiegen vom ESC aus in höchste Höhen auf wie Udo Jürgens (1966) oder Celine Dion (1988). Mit dem Iren Johnny Logan und der Schwedin Loreen gab es auch Doppelsieger und überhaupt diese beiden Länder: sie siegten jeweils sieben Mal.
Und Spektakel gab es auch immer wieder, sei es mit den wilden finnischen Hardrockern Lordi (2006) als Sieger oder Guildo Horn, dem 1998 niveaumäßig der absolute Tiefpunkt deutscher Beiträge gelang. Andererseits blühte der ESC zu immer mehr Bombast und sensationellen Darbietungen auf.
Aber auch Kontroverses konnte sich durchsetzen und setzte Zeichen für Toleranz und Diversität, denkt man an Dana International (Israel), die 1998 als erste Trans-Person siegte. Oder die Drag-Queen Conchita Wurst (Österreich) mit ihrem Sieg von 2014.
Fazit: eine mitreißende Parade der größten und längsten Wettbewerbsserie der Musikkultur und natürlich fehlt auch nicht die Auflistung sämtlicher Siegertitel.
# Paul Lang: Eurovision Song Contest – 70 Jahre Glitzer, Spaß und magische Momente (aus dem Englischen von Dietmar Schmitz); 254 Seiten, div. Abb., Mittelformat; Prestel Verlag, München; € 26
WOLFGANG A. NIEMANN (wan/JULIUS)
